Glaubenssätze …

… der Mutter meiner Kinder, die ihre Haltung zu mir, zum Loyalitätskonflikt meiner Kinder, zur Entfremdung meiner Kinder wiederspiegelt. Diese Sätze hab ich nicht das erste Mal gehört und werde sie sicherlich nicht das letzte Mal gehört haben.

Meine Gedanken sind kursiv.


1. An deinem Verhalten liegt es, dass die Kinder dich nicht sehen wollen. Reflektiere doch mal dein Verhalten.

An welchem Verhalten denn? Meine Tochter habe ich seit mehr als zwei Jahren nicht mehr gesehen, in dieser Zeit drei Telefonate über insgesamt 10 Minuten mit ihr geführt und ihr 2 oder 3 Briefe geschrieben. Wenn ich meinen Sohn sehe, verstehen wir uns und es ist meistens harmonisch. Ich habe ihn in diesem Jahr an 18 Tagen gesehen. An jedem dieser Tage habe ich mit durchschnittlich 6 Stunden mit ihm verbracht. Die Kinder stehen zu 99,8 % unter deinem Einfluß. Also welches Verhalten meinst du?

2. Ich zwinge sie nicht Kontakt mit dir zu haben. Ich erziehe meine Kinder nicht mit Zwangsmethoden.

Wenn die Kinder nicht zur Schule, zum Arzt, zum geplanten Urlaub oder zur geplanten Familienfeier wollen, ihre Hausaufgaben nicht machen wollen, würdest Du es sicherlich nicht zulassen und würdest mehr oder weniger Zwang ausüben. Der Umgang mit mir und eventuell die Wahl des Musikinstruments ist die einzige „Erziehungssituation“, in der du diesen Zwang nicht ausübst.

3. Dafür dass die Kinder dich nicht sehen wollen bin ich nicht verantwortlich.

Ich finde schon, dass es in deinem Verantwortungsbereich liegt, die Kinder in ihrem Loyalitätskonflikt zu entlasten, in dem du den Umgang mit mir nicht in Frage stellst und den Umgang mit mir zur Beliebigkeit erklärst: „Ach, wenn du deinen Vater nicht sehen willst, musst du nicht. Es ist ok. Es macht nichts, wenn du nicht willst. Ich zwinge dich nicht.“ Du erziehst die Kinder, weil sie zu 99,8% bei dir sind und hast damit eben auch eine entsprechende Verantwortung.

4. Ich kann nichts dafür, dass die Kinder dich nicht sehen wollen. Die Bindung der Kinder zu dir ist eben zu schwach. Und daran bist du selber schuld. Und diese Bindung ist schon immer so schwach.

Daran glaube ich nicht. Das will ich nicht glauben. Die Bindung der Mutter zum Kind ist sicherlich anders, als die Bindung zum Vater, doch ich glaube daran, dass es eine Bindung zwischen mir und meinen Kindern gibt. Ich bewerte diese Bindung nicht in ihrer Stärke. Für mich ist entscheidend, ob es sie gibt, denn so verstehe ich Bindung. Was macht der Loyalitätskonflikt mit der Bindung?

5. „Ich, ich, ich…“ Es geht dir immer nur um dich.

In den zwei Briefen die ich meiner Tochter geschrieben habe, gibt es sicherlich viele Sätze in denen „Ich“ vorkommt und in den zwei oder drei Telefonaten, die ich mit ihr geführt habe, habe ich sicherlich auch einige Ich-Sätze platziert. Klar, ich schreibe bzw. spreche mit meinem Kind, das den Kontakt zu mir abgebrochen hat, auch über meine Gefühle und Erinnerungen.

Auch in diesem Blog gibt es sicherlich eine hohe ICH-Dichte.

Ich habe (oh, schon wieder) in einem Wahlfach Psychologie, da muss ich (sorry) 14 gewesen sein, gehört, dass man am besten Ich-Sätze verwendet, da Du-Sätze in Konfliktsituationen vom Gesprächspartner aggressiv wahrgenommen werden. Das hat sich bei mir festgesetzt.

Außerdem hat mir ein lieber Mensch erst vor kurzem geraten in dem Konflikt mit der Mutter meiner Kinder immer „bei mir“ zu bleiben. Vielleicht hat er es ähnlich gemeint.



Ein Kommentar zu „Glaubenssätze …

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