Juni 2024
Ich hatte zusammen mit meinem Sohn (14) geplant während der Pfingstferien mit ihm in den Urlaub zu fahren. Die Reise mit allen Zwischenübernachtungen für Hin- und Rückreise wurde wie immer von Lenka, meiner Liebe organisiert und war schon lange gebucht.
Wir wollten wieder in die Ferienanlage Kontiki – einer traumhaften Anlage im Südsee-Stil am weißen Strand von Pampelonne bei Saint Tropez, wo wir schon im Sommer 2023 den Urlaub verbracht hatten. Ein besonderes Highlight wäre dieses Mal unser mondänes Strandhaus gewesen, in erster Reihe direkt am Meer gelegen, mit eigenem Whirlpool, uneinsehbarer Terrasse, raffinierter Architektur, anspruchsvollem Innendesign, Blick aus dem Bett aufs Meer und und und …
Seit einigen Wochen plagte mich ein Husten, der sich statt abzuklingen eher steigerte. Das ging soweit, dass ich immer wieder lange Hustenattacken hatte, die bei mir zu Erstickungsanfällen mit Panikgefühlen und Todesangst führten.
An einem Wochenende, eine Woche bevor wir losfahren wollten, habe ich dann die Reißleine gezogen und meinem Sohn mitgeteilt, dass ich mich nicht in der Lage fühlen würde, allein mit ihm zu fahren. Er zeigte sofort Verständnis, auch wenn er natürlich enttäuscht war, da er sich schon sehr auf unsere Reise gefreut hatte. Ich machte ihm gleich das Angebot doch stattdessen mit seiner Mutter dorthin zu fahren.
Seine Mutter war sofort damit einverstanden, falls sich die zwei geschäftlichen Termine, die sie in der Urlaubswoche hatte verschieben lassen würden. Klar war, dass die Anreise in jedem Fall mit dem Flieger erfolgen solle.
Mein Sohn schrieb mir, dass seine Schwester (17) (meine Tochter) nun ebenfalls sehr gerne mitfahren würde, ob dass denn möglich sei, was ich gleich bejahte und begrüsste. Es müsste nur geklärt werden, ob in dem Haus, das offiziell für zwei Personen ausgelegt war, eine dritte Person dabei sein dürfte. Technisch würde das ohne Weiteres gehen, da es ein großes Sofa gab, auf dem jemand ohne Probleme schlafen könnte. Ich musste das nur noch mit dem Management klären.
Zwischenzeitlich stellte sich heraus, dass sich die Termine seiner Mutter nicht verschieben liessen, so daß die Option, dass mein Sohn die Reise mit seiner Mutter antreten könnte nicht mehr möglich war.
Dass meine Kinder die Reise alleine machen könnten, kam erstmal nicht in Frage. Dann erfuhr ich, dass ein Freund (20) meiner Tochter als erwachsene Begleitperson mitfahren könnte, womit die Realisierung der Reise wieder möglich erschien.
Nach etlichen Telefonaten und Emails erhielt ich dann vom Management die Nachricht, dass es trotz erwachsener Begleitperson nicht erwünscht sei, dass drei Jugendliche (14, 17, 20) das Haus direkt am Strand bewohnen würden. Ebenso war es nicht erwünscht, umzubuchen und ein weiter hinten gelegenes Haus zu bewohnen, das offiziell für bis zu vier Bewohnern vorgesehen war und dass ich bereits während meiner Klärung mit dem Management vorsichtshalber reservieren liess.
Damit war die Möglichkeit, dass meine Kinder die Reise antreten könnten wieder vom Tisch.
Nach einer kurzen Bedenkzeit kam mir noch eine eigentlich abwegige Idee. Abwegig daher, da ich meine Tochter seit sieben Jahren nicht mehr gesehen hatte und ich mir keine Hoffnungen darüber machte, dass sie dieser Lösung zustimmen würde. Aber das hielt mich nicht davon ab meine Idee meinem Sohn telefonisch zu übermitteln:
Wie wäre es denn, wenn ich zusammen mit Lenka mitfahren würde, denn das würde ich mir grundsätzlich zutrauen, wir das hintere, bereits reservierte Haus bewohnen würden, somit offiziell dem Management gegenüber als (richtig) erwachsene Begleitpersonen auftreten könnten und meine Kinder mit oder ohne den Freund das andere Haus bewohnen würden. Sie könnten theoretisch tun und lassen was sie wollten, man könnte vielleicht mal zusammen Abend essen und würde sich am Strand begegnen oder oder oder. Nach dem Motte: Alles kann, nichts muß.
Mein Sohn nahm die Fragestellung entgegen, erschien erstmal nicht abgeneigt und wollte die Idee mit den anderen besprechen.
Nach zwei Stunden bekam ich per WhatsApp die knappe Antwort:
„Dein Vorschlag geht nicht“