Weil Du Mir Gehörst …

Bestimmt haben viele Leute diesen Film gesehen und sich bereits eine Meinung hierzu gebildet. Ich empfehle jedem, der ihn noch nicht gesehen hat, dies bei Gelegenheit nachzuholen.

Weil Du Mir Gehörst

(Bis 12.05.2020 in der ARD-Mediathek abrufbar)

Worum geht’s?

Der Film beschreibt wie nach der Trennung der Eltern ein Kind durch die mehr oder weniger subtile Manipulation ihrer Mutter den Kontakt zum Vater abbricht. Er zeigt den Prozess der Entfremdung, die Hilflosigkeit, die Ohnmacht der Beteiligten und das Versagen der Helfer: Anwälte, Jugendämter, Gutachter, Richter….

Mich hatte der Film sehr berührt, ich sah viele Parallelen zu meiner Situation und konnte es streckenweise kaum ertragen, weiter zu schauen. Die anschließende Diskussion ist ebenso sehr zu empfehlen, da hier sämtliche Positionen die es zu diesem Thema gibt aufgegriffen werden.

Bis auf eine Vertreterin eines Vereins Alleinerziehender waren sich alle Studiogäste einig darin, dass das gezeigte Verhalten der Mutter dem Wohl des Kindes geschadet hat, da sie massiv die Entfremdung der Tochter zu ihrem Vater verursacht und gefördert hat. Es war u.a. sogar die Rede von Kindsmissbrauch. Der Entfremder – in dem Fall die Mutter – betrieb die Entfremdung des Kindes in eigenem Interesse, um ihren Hass, Enttäuschung und Rache gegenüber dem Vater auszuleben.

Die Experten waren sich einig, dass sich die Entfremdung auf die Entwicklung der betroffenen Kinder nachteilig auswirkt.

Ich hatte einige Tage danach ein Telefonat mit der Mutter meiner Kinder. Sie hatte den Film auch gesehen. Wir sprachen darüber. Was sie mir dann sagte, hat mich erschüttert und bei weiterem Nachdenken dann doch nicht überrascht:

Sie sagt, sie hätte viele Parallelen gesehen und würde sich in dem Thema zukünftig auch im Rahmen ihrer politische Arbeit engagieren. Ich war kurz davor innerlich zu jubeln. Bis sie mir im weiteren Telefonat deutlich machte, dass sie sich mit der verlassenen Mutter identifizierte, die das Kind zu Recht von ihrem Vater fern hielt. Paradoxerweise sah sie sich in ihrer Haltung mir gegenüber nur noch mehr bestätigt.

War mir nach dem Telefonat nicht mehr sicher, ob sie wirklich den gleichen Film und die gleiche Diskussion danach gesehen hat. Ich werde sie bei Gelegenheit danach fragen.

Statistik

Noch ein paar Zahlen, so wie ich sie aus dem Beitrag mitgenommen habe:

Die überwiegende Zahl (ca. 95%) der Trennungskinder leben bei der Mutter der Kinder.

Bei der überwiegenden Zahl der Trennungen (ca. 85%) geht alles gut, d.h. gemeinsames Sorgerecht, funktionierender Umgang mit beiden Elternteilen, keine Entfremdung, normale Kommunikation zwischen beiden Elternteilen.

In 15% aller Fälle funktioniert das nicht. Es kommt zu Schwierigkeiten beim Umgang oder zu gar keinem Umgang, es gibt nur mangelhafte bis gar keine Kommunikation zwischen den Elternteilen, es kommt zu Entfremdung und Ausschluss eines Elternteils, meistens auch der übrigen Familie des ausgeschlossenen Elternteils einschließlich Großeltern, Tanten und Onkels, Cousins und Cousinen…

Aufgrund dieser statistischen Verhältnisse gibt es selbst bei paritätischer Verteilung von Entfremdern innerhalb der Väter- und Müttergruppe tatsächlich einen überwiegenden Teil von Müttern, die entfremden. Nur Statistik.

Das bedeutet, wenn Kinder statistisch 50 / 50 auf alleinerziehende Mütter und Väter verteilt wären, gäbe es vermutlich genausoviel Väter wie Mütter die entfremden.

Mit diesem Artikel wollte ich keine weitere Filmkritik schreiben, sondern nur den Bezug zu meinem realen Leben herstellen.

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