Was passiert eigentlich, wenn …



Ich zerbreche mir schon länger den Kopf darüber, wie, ob und wenn ja wann ich mit meinen Kindern über ihre Entfremdung und ihren Loyalitätskonflikt als Thema reden kann. Wann darf ich es direkt ansprechen? Wie lange muss ich „über Bande spielen“ und nur versuchen mit den Folgen umzugehen?

Erstmal muss ich es aufschreiben, da ich mit ihnen nicht kommunizieren kann.

Die Frage ist dabei, wann sie in der Lage sind das Thema zu erfassen und was es mit ihnen macht, wenn sie es verstehen.

Können sie begreifen, dass die Entfremdung ein Mechanismus ist?

Ein Mechanismus bei dem viele Faktoren zusammenwirken, auf die sie keinen oder nur wenig Einfluss haben. Ein Mechanismus bei dem sie nur ein Zahnrad von vielen sind.

Können sie, als Bestandteil des Mechanismus, begreifen, dass sich ihre Ablehnung, ihre Haltung und ihr Verhalten zu mir aus diesem Mechanismus ergibt.

Darf ich meine Kinder damit konfrontieren, dass sie entfremdete Kinder sind?

Darf ich ihnen sagen, dass sie nicht selbstbestimmt entfremdete Kinder sind?

Darf ich ihnen alles sagen, was ich bisher darüber gelesen habe?

Darf ich sie damit konfrontieren, das sie in einem Entfremdungs-Mechanismus stecken, der von ihrem Umfeld betrieben wird?

Sie sind fest davon überzeugt, dass es ihre ureigenste Meinung ist, dass ich schlecht bin oder zumindest ein schlechter Vater bin und es vollkommen ok ist, sich von mir abzuwenden.

Darf ich sie damit konfrontieren, obwohl sie davon überzeugt sind, dass sie niemand zu dieser Meinung manipuliert hat?

Und was passiert eigentlich, wenn sie den Mechanismus erkennen? Besteht die Gefahr, dass es sie in noch größere Konflikte stürzt, es ihre Abwehrhaltung verstärkt und verfestigt?

Hindert sie die vorangeschrittene Entfremdung vielleicht auch daran, auf die Thematik überhaupt einzugehen?

Was kann ich – ohne Kontakt zu meinen Kindern – dafür tun, dass sie aus diesem Konflikt herauskommen?

Das hört sich vielleicht alles so an, als ob ich die Entfremdung für das einzige Problem halte.

Nein, aber ohne die Entfremdung wäre es mir möglich, die Fehler einzuräumen, mich bei ihnen zu entschuldigen, mich mit ihnen auseinanderzusetzen und im besten Fall die Fehler wieder gut zu machen oder zu versuchen die Folgen der Fehler zu lindern.

Ohne Entfremdung wäre eine Versöhnung möglich, vielleicht ein Verzeihen und ein gegenseitiges Aufeinander zu gehen. Die Entfremdung verhindert das. Und die Folgen für die Entwicklung meiner Kinder sind weitreichend.

Dass ich Fehler mache und gemacht habe, weiss ich. Ich habe darüber an anderer Stelle schon ausführlich geschrieben:

Ich habe die Entfremdung durch die Trennung von meiner Frau erst möglich gemacht.

Dass es dann aber zu der Entfremdung meiner Kinder kam, liegt daran, wie das direkte Umfeld meiner Kinder mit der Trennung umgegangen ist.

Und wenn es nur war, mich als den alleinigen Verursacher, den Schuldigen und Bösen zu benennen. Mich als Ehemann, Partner und bei der Gelegenheit gleich als Vater zu demontieren und abzuwerten.

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