Anleitung zur Entfremdung

Kennen sie das?

Der Partner hat sich von Ihnen getrennt, hat sich neu verliebt und ist eine neue Partnerschaft eingegangen. Die gemeinsamen Kinder leben bei Ihnen und der Expartner versucht nun mit allen Mitteln den Kontakt zu seinen Kindern, seine Elternschaft, sein Vatersein aufrecht zu erhalten?

Und Sie fühlen sich echt Scheiße. Er hat Sie betrogen, Sie enttäuscht und so Ihren gemeinsamen Lebensentwurf aufs schändlichste verraten. Er ist gegangen, hat keinen Versuch unternommen die Ehe zu retten.
Er hat Ihnen den Boden unter den Füssen weggezogen.

Ja, er hatte im Rahmen seiner Möglichkeiten in der Ehe funktioniert, die Kinder in der wenigen Zeit versorgt, die ihm durch seinen Beruf geblieben ist. Ja, auch liebevoll. Das ändert aber nichts daran, dass Sie verletzt sind und sich schlecht fühlen.

Hier die ultimative Anleitung, wie Sie sich entlasten können:

Ganz einfach. Sie müssen nur das Band zwischen den Kindern und ihrem Vater zerschneiden. Sie müssen nur alles das tun, was diesen Entfremdungsprozess verstärkt und fördert und natürlich alles unterlassen, was diesen Prozess beenden oder behindern könnte.

Und so gehts:

  1. Entfernen Sie alles aus der Wohnung, was mit ihrem Expartner zu tun hat und das ihre Kinder an ihren Vater erinnern könnte. Das können Alltagsgegenstände, Fotos oder Bücher sein. Nicht zu vergessen auch alle Gegenstände, die indirekt an die väterliche Seite erinnern könnte z.B. Bilder, Gegenstände oder Geschenke der Großeltern.
  2. Unterbrechen oder behindern Sie alle Kontaktmöglichkeiten zwischen dem Vater und seinen Kindern so gut es geht. Auf allen Kanälen. (WhatsApp, Email, Telefon, SMS …)
  3. Gleiches gilt für alle Freunde und Familienangehörige, die zur väterlichen Seite gehören und von denen die Gefahr einer anderen Sichtweise auf die Trennung ausgehen könnte. Es besteht die realistische Gefahr, dass sie ihn immer noch mögen, schlimmer noch lieben und so eine positives Licht auf ihn werfen könnten.
  4. Wehren Sie alle Versuche ab, die Kontaktmöglichkeiten zu verbessern. Verhindern Sie, dass die Kinder z.B. durch ein eigenes Handy in einen autonomen Kontakt mit dem Vater treten können. Hier lässt sich gut argumentieren, dass das Kind (9) noch viel zu klein für ein eigenes Handy wäre.
  5. Um den Kindern einen richtigen Eindruck zu geben, was sie von Ihrem Vater halten sollten, versuchen Sie bei unvermeidbaren Begegnungen mit ihm ihr seelisches und körperliches Unwohlsein direkt, nonverbal zum Ausdruck zu bringen. Das gelingt einfach über verzerrte Gesichtszüge, starrer Blick an ihm vorbei oder einfach durch Einhalten eines großzügigen Sicherheitsabstands. Richten oder beantworten Sie keinerlei Grußworte an ihn. Vermeiden Sie Blickkontakt mit Ihrem Expartner und Austausch von Worten. Vermeiden Sie einfach alles, was Ihren Kindern das Gefühl geben könnte, dass Sie trotz der Trennung als Eltern normal funktionieren und dass der Vater kein Schwerverbrecher ist.
  6. Für den Fall, dass eines der Kinder hin und wieder doch aus der Kontaktlosigkeit ausbricht um z.B. einen Tag mit dem Vater zu verbringen, sollten Sie, wenn das Kind von diesem gemeinsamen Tag mit dem Vater zurückkehrt, dem in jedem Fall keine Wertschätzung entgegen bringen. Lassen Sie es sich nicht gut fühlen. Falls Sie das Gefühl haben, dass es sich in der Zeit mit dem Vater ganz wohl gefühlt hat, sollten Sie das nicht positiv verstärken, sondern in jedem Fall durch gezielte Fragen und Kommentare an das Kind, versuchen dem ganzen wieder die richtige negative Deutung zu geben.
  7. Vermeiden oder behindern Sie Informationen über Ihre Kinder an den Expartner. Verhindern Sie durch gezielte Desinformation oder Nichtinformation dass der Expartner seinen Kindern passende Geschenke machen kann. Das kann er umso weniger, je weniger er von oder über seine Kinder erfährt.
  8. Vermeiden Sie, dass ihre Kinder zu früh professionelle Beratung durch unabhängige Beratungsstellen bekommen, um die einsetzende Entfremdung zu beenden oder für die Kinder den Weg zum Vater zu ebnen. Erst wenn die Entfremdung weit genug vorangeschritten ist, können Sie sich an entsprechende Beratungsstellen wenden. Sie sollten das in jedem Fall tun. Falls sie das nicht täten, könnte es Ihnen z.B. im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung nachteilig ausgelegt werden.

Wenn Sie sich an die vorstehenden Maßnahmen halten, werden Sie sehen, wie sich in kürzester Zeit der Abstand zwischen dem Vater und seinen Kindern spürbar vergrößert, vielleicht sogar bis zur vollkommenen Ablösung.

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