Für alle Fälle …

Vor einigen Wochen erfuhr ich von meinem Sohn, dass es in Frankfurt eine Miniaturwelt gäbe, die er sich gerne ansehen würde.

Ich setzte mich am nächsten Tag telefonisch mit seiner Mutter in Verbindung und besprach mit ihr, dass ich dorthin gerne einen Ausflug mit ihm unternehmen würde. Wir legten gemeinsam ein Wochenende fest, an dem es möglich wäre. Als Tagesausflug würde es bei 3 h einfacher Fahrtzeit bedeuten, dass wir sehr früh starten müssten und sehr spät zurück kommen würden.

Sie sagte, dass es ihr lieber wäre, wir würden dort einmal übernachten. Das entsprach auch meiner Vorstellung und ich freute mich entsprechend.

Kurz vor dem Wochenende schrieb sie mich an, dass sie eine Einladung übersehen hätte, und dass der Ausflug auf das darauffolgende Wochenende verlegt werden müsste. Es blieb mir nichts anderes übrig als zuzustimmen.

Am Donnerstag Abend davor telefonierte ich wie üblich mit meinem Sohn. Er sagte er mir, dass er nicht mit mir im Hotel übernachten wolle und am gleichen Abend wieder zurück wolle. Ich bedauerte es zwar, akzeptierte es aber.

Am nächsten Tag schrieb ich seiner Mutter sie solle doch bitte für „für alle Fälle“ einen Schlafanzug und die Zahnbürste einpacken. Abends schrieb sie zurück und meinte dass mein Sohn ganz schlecht einschlafen konnte, nachdem sie ihm von meiner Bitte das Schlafzeug mitzunehmen erzählt hatte. Er hätte sie gebeten, mir nochmal zu schreiben, dass ich ihn wie vereinbart um 8:30 holen und ggf. am späten Abend zurückbringen solle.

Ich schrieb ihr zurück und bestätigte die Vereinbarung, die ich mit ihm getroffen hatte. Konnte mir jedoch nicht verkneifen, dabei zu erwähnen, dass ich auf ihr „Fingerspitzengefühl“ gehofft hatte, als ich sie bat, die Sachen „für alle Fälle“ einzupacken.

Zwischenzeitlich hatte ich recherchiert, dass sich die Modellwelt in Frankfurt im Winterschlaf befindet. Ich holte ihn am Samstag morgen ab und wir fuhren los. Auf dem Weg Richtung Autobahn, berichtete ich ihm von meiner Recherche und wir beschlossen erstmal Richtung München zu fahren. Dort könnten wir ins Deutsche Museum, auf der Theresienwiese Drachen steigen und den Quadrokopter fliegen lassen.

Die Alternativen Salzburg mit dem sensationellen Naturkundemuseum und dem Hans-Peter Porsche Traumwerk ganz in der Nähe oder Sinsheim bei Stuttgart zum Flugzeugmuseum oder München mit dem Deutschen Museum. Ich sagte ihm, dass Sinsheim und Salzburg nur mit Übernachtung funktionieren.

Wir parkten an der Theresienwiese, neben der Wohnung von Oma Doris. Sie war nicht zu Zuhause. Auf der Theresienwiese liessen wir den Drachen und den Quadrokopter fliegen. Dann fuhren wir zum Deutschen Museum. Begeistert wanderten wir durch die Hallen und staunten über die Exponate. Bei einer Pause im Restaurant fragte er mich, ob die Läden dann noch offen hätten und ob wir später in ein Bekleidungsgeschäft gehen könnten. Ich fragte ihn, warum. Er antwortete: „Damit wir einen Schlafanzug für mich kaufen können.“ Ich sagte ihm, dass ich ein T-Shirt für die Nacht für ihn mitgenommen hätte, einschließlich einer frischen Zahnbürste. Ich fragte ihn, ob wir nicht vielleicht doch bis Salzburg weiter fahren wollten, dort übernachten und uns am nächsten Tag noch die Traumwelt anschauen wollten. Er überlegte und antwortete: „Es geht doch nicht, weil Mama gesagt hat, dass wir morgen auf einem Geburtstag sind.“ – „Ein Freund von dir?“ – „Nein.“ 

Jetzt war mir alles klar.

Wir streunten bis es dunkel wurde noch weiter durchs Museum. Zum Abschluss ein kurzer Besuch im Museumsshop. Hier gab es ganz viel Technik- und Experimentierbaukästen, das DM ist ja schließlich auch ein Technikmuseum. Er entschied sich  für einen Radiobausatz und zwei besonders schöne Würfel, die im Dunklen leuchten.

Wir fuhren durch die dunkle Nacht, an der rot erleuchteten Allianzarena vorbei, hörten Musik, unterhielten uns. Ich brachte ihn Nachhause.

2 Kommentare zu „Für alle Fälle …

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