Katastrophe …

MEDIATION Oktober

Heute ist seit langem endlich wieder eine Mediation mit meiner Exfrau.

Normalerweise dient unser regelmäßiges Gespräch im Beisein und unter Moderation einer Mediatorin der Verbesserung unserer Kommunikation, besser gesagt dem Wiederherstellen einer minimalen Kommunikationsebene zwischen uns. Diese beidseitige Anstrengung soll in erster Linie dem Wohl unserer Kinder und ihrer Entwicklung dienen. Ich freue mich immer darauf, auch wenn ich meistens „mein Fett“ abbekomme. Das ist die einzige Gelegenheit, etwas über meine Kinder zu erfahren, auch wenn ich hierbei ausschließlich negative Rückmeldungen auf mein Leben und mein Verhalten erhalte.

Unsere letzte Mediation war im Juli. Dann gab es eine längere, aber geplante Unterbrechung in den großen Ferien. Die erste Sitzung war für September ausgemacht. Diese Sitzung fiel dann leider aus, da meine Exfrau etwas wichtigeres zu tun hatte. Was wichtiger war, als dieses für unsere Kinder zu tun, weiß ich nicht. Meine Frage nach den Gründen hatte sie nicht beantwortet.

Doch nun sitzen wir endlich zusammen. Es kann losgehen.

Auf die Frage der Mediatorin welche Themen wir besprechen wollen, räuspert sich meine Exfrau kurz, um dann zu verkünden, dass sie keinen Sinn im Fortführen der Mediation sieht. Die Situation mit den Kindern wäre doch ganz ok, so wie es ist und sie wolle und müsse sich nun auf andere Dinge konzentrieren. Der Prozess der Annäherung würde sowieso stagnieren, es wäre keine weitere Verbesserung zu erwarten.

Ich appelliere an meine Exfrau es sich nochmal zu überlegen. Das Signal das von einem Abbruch unserer Mediation an unsere Kinder gesendet wird, wäre bestimmt verheerend. „Mama“ und „Papa“ können nicht einmal mehr miteinander reden. Die Mediatorin bestätigt dann zwar meine Meinung, muß es dann aber meiner Exfrau überlassen und betont zu Recht dass es keinen Sinn macht meine Exfrau zur Weiterführung der Mediation zu überreden.

Ich erkläre, dass die Mediation, einmal im Monat, meine einzige Informationsquelle zu meinen Kindern wäre, mein Strohhalm, an den ich mich klammere.

Das ist dann wie in der großen Politik. Welche Interpretationsspielräume bleiben mir da? Einseitiger Abbruch der Verhandlungen – das ist eine Katastrophe.

Hat sie überhaupt ein Interesse daran, dass sich das Verhältnis zu meinen Kindern verbessert, es zu einer Annäherung und im Fall meiner Tochter überhaupt zu einem Kontakt kommt? Ich habe immer daran gezweifelt, dass sie sich eine Annäherung oder eine Normalisierung wünscht, auch wenn ich überzeugt bin, dass sie als Mutter ein Interesse daran haben müsste.

Vielleicht stimmt es ja wirklich, dass sie im Moment keine Zeit und Nerven dafür hat. Ok. Es geht um 1,5 h pro Monat. 1,5 Stunden für unsere Kinder. Vielleicht ist es ja die Politik, die im Moment ihre ganze Aufmerksamkeit und Zeit fordert. Der Wahlkampf steht bevor oder hat schon begonnen. Als ich sie darauf anspreche, erwidert sie nichts.
Ich beschliesse mir nicht ihr aktuelles Kandidatenprofil anzusehen und durchzulesen.

Ich bin erschüttert, meine Hoffnung ist in diesem Moment ziemlich im Minusbereich und ich kann es erstmal nicht glauben.

Vielleicht war die ganze Veranstaltung „Mediation“ ja nur ein Feigenblatt, die Vorsorge für eine gerichtliche Auseinandersetzung. Keine Ahnung.

Es folgt wieder ein Monolog über die Affäre und mein unmoralisches Verhalten. Das habe ich oft gehört, habe mich bereits öfter dazu geäußert und dabei meine Schuld eingeräumt.

Schlimm finde ich, dass es immer noch im Mittelpunkt steht und offensichtlich alles bestimmt. Die Affäre liegt jetzt drei Jahre zurück. Seit dieser Zeit erlebe ich die Entfremdung meiner Kinder und muss mit ansehen, wie meine Kinder, vor allem meine Tochter, unter dem Einfluß ihrer Mutter alle Brücken zu mir abbrechen. Mit betroffen vom Kontaktabbruch sind meine und somit auch ihren (väterlichen) Verwandten – Großeltern, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen …

Sie tun mir unendlich Leid. Darüber weine ich.

Ich bekomme von einer befreundeten Psychologin die Empfehlung, lieber auf Geschenke für meine Kinder zu verzichten und stattdessen Geld für die Therapie meiner Kinder, die sie im jungen Erwachsenenalter oder später benötigen, zurück zu legen.

Ein Kommentar zu „Katastrophe …

  1. Eine Bemerkung an die Pschologin: Kinder brauchen in erster Linie Liebe anstatt Therapie und dazu hat die Natur ihre Eltern vorgesehen. Dabei spielt es zunächst überhaupt keine Rolle, ob diese Eltern nun harmonisch/disharmonisch zusammen leben oder harmonisch/disharmonisch getrennt sind. In diesem Sinne haben wir auch eine in unserer Gesellschaft hochentwickelte Gesetzeslage, die für uns alle den kleinsten gemeinsamen Nenner darstellen und alle erwachsenen Personen, welche mit solchen Situationen in Berührung kommen, haben die Verantwortung sich für das Wohl der Kinder einzusetzen und stark zu machen. Kinder haben ein Recht auf beide Elternteile. Punkt.

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