E. & B.

13. Juli 2018

Die Woche lag hinter mir, das Wochenende vor mir. Ich hatte heute einen produktiven Tag im Büro und hatte ein Gefühl von „Rückenwind“: Etwas zusätzliche Energie und Mut um Dinge zu tun, für die man beides braucht, die Überwindung kosten, deren Ausgang ungewiß ist.

Ich beschloß, E. und B. anzurufen. E. ist die Tante von MK und B. ihr Onkel, mit dem ich mich freundschaftlich verbunden fühle. Mit beiden hatten wir früher ein enges Verhältnis, dass aber seit wir unsere Kinder bekamen deutlich weniger geworden ist.

Zuerst war E. am Apparat, die mir in ein paar Sätzen zu verstehen gab, dass es ihr aus gegebenen Umständen sehr schwer fiele und sie daher nicht mit mir reden könne.
Sie wäre sehr enttäuscht von mir und entsetzt darüber was passiert wäre. Sie gab das Gespräch an B. weiter.

Er führte ein langes Gespräch mit mir.

B. erzählte über die Kinder, wie er sie wahrnimmt. Mein Sohn B. wäre traurig, meine Tochter L. einigermaßen stabil, sie würde sich sehr auf die Schule fokussieren und würde „das Thema“ nicht an sich heran lassen.

Er sprach davon, dass ich wie es aussieht mit allen Mitteln versucht hätte, meinen Sohn in eine neue Familiensituation zu bringen und mein Sohn es sich so wünschen würde Zeit mit mir alleine zu verbringen.

Ich erzählte von der kompletten Kommunikationsblockade, die im Moment herrsche und dass ich über keinerlei Handlungsoptionen verfüge. Ich erzählte von den letzten Kommunikationsversuchen meinerseits und der Nullreaktion der anderen Seite.

Beide Kinder hätten was mich betrifft komplett zu gemacht. Er deutete an, dass die Kommunikation zwischen den Kindern sicherlich auch erheblich dazu beiträgt. Das Vorbild der großen Schwester wirkt sich jetzt auf das Verhalten meines Sohnes aus. „… warum soll ich zum Papa, L. muss ja auch nicht….“

Er sprach über den Schock der Trennung, der für die Beteiligten aus heiterem Himmel gekommen sei. Ich hätte damit MK schwer verletzt und das wäre eine wesentliche Ursache dafür, dass alles so schwierig sei.

Er benutzte bei dem was passiert sei das Bild vom „an die Wand fahren“.

Er konnte es nicht verstehen, dass es von meiner Seite keinen Versuch gegeben hätte, die Ehe zu retten. Ich erzählte davon, dass es während der letzten zehn Jahre mehrere Ereignisse gegeben hat, in der mich MK stark verletzt hat. Ereignisse, über die ich dann aber im Alltag hinweg gegangen bin. Ereignisse, die stark unter die Gürtellinie gingen. Die immer aus heiterem Himmel kamen, ohne Vorankündigung, auch aus einer ursprünglich harmonischen Ausgangsstimmung heraus.

Ich erklärte, dass meine Reaktion oder besser Nichtreaktion in meinem Charakter begründet sei. Ich sagte ihm, dass ich mich für sanftmütig, harmoniebedürftig und daher prinzipiell konfliktscheu halte und dass das natürlich eine Klärung in diesen Fällen eher erschwert hat. Ich meinte auch, dass ich es mir bis zur Affäre verboten hätte, eine Trennung überhaupt in Betracht zu ziehen.

Ich gestand meine Schuld, die Affäre ein. Ich war jedoch der Ansicht, dass die Trennung eine Konsequenz aus den vergangenen zehn Jahren wäre.

Wir verblieben am Ende so, dass er für weitere Gespräche auch für ein Treffen offen wäre, jedoch die Initiative hierfür bei mir bliebe, er würde mich nicht anrufen.

 

 

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